HBR-Gleichstrombremse 

HBR-Statomat

 
Eine schnelle Verringerung der Drehzahl von Drehstrommotoren erweist sich sicherheitstechnisch und vom Prozessablauf her als immer wichtiger. Elektronische Gleichstrombremsen erfüllen diese Aufgabe hervorragend und bieten darüber hinaus die Einsatzmöglichkeit als

• Schnellabschaltung
• Bremse zur Verkürzung von Taktzeiten

Die elektronische Bremse zeigt gegenüber der mechanischen wesentliche Vorteile, da sie keinem Verschleiß unterliegt und somit nicht gewartet werden muss. Ein nachträglicher Einbau bedarf keiner konstruktiven Veränderung an der Maschine. Das Bremsmoment (Bremsstrom) und die Abbremszeit lassen sich den jeweiligen Erfordernissen anpassen.

Funktion
Nach dem Trennen des Motors vom Netz wird eine Gleichspannung auf die Statorwicklung des Motors gegeben. Der noch drehende Rotor erzeugt einen Strom, der dem Bremsmoment proportional ist. Durch Einsatz eines gesteuerten Halbleiters und einer Freilaufdiode ist der Bremsstrom stufenlos einstellbar. Im Bremsgerät ist ein Zeitglied eingebaut, das den Bremsstrom nach einer einstellbaren Zeit abschaltet. Dadurch wird verhindert, daß dieser bei auf Stillstand abgebremstem Motor weiter fließt und die Wicklungen unnötig erwärmt.


Steuerung des Bremsgerätes
Zum Einleiten der Bremsung ist der Motor spannungsfrei zu schalten (K1 fällt ab). Gleichzeitig wird durch einen Hilfskontakt (Öffner) von K1 die Verriegelung des Bremsgerätes aufgehoben. Der Kontakt 8 - 9 des Bremsgerätes öffnet und verhindert ein Wiedereinschalten des Motorschützes K1 M.

Der Bremsstrom kann mit den Potentiometern »Grob« und »Fein« auf die benötigte Bremswirkung abgestimmt werden. Die Bremsung setzt mit einer Verzögerung von 500 ms bis 2,5 s je nach Größe des Motors ein, um einen sicheren Abbau der Remanenzspannung im Motor zu gewährleisten.

Ermittlung des Bremsstromes
Zur Ermittlung des Bremsstromes kann die nachfolgende Formel benutzt werden. Dabei wird mit einem Bremsstrom, welcher dem 2-fachen Nennstrom des Motors entspricht, meist das beste Ergebnis erzielt.

IB ~ k x IN x √tA/tB (A)

IN – Nennstrom des Motors in Ampere
tA – Anlaufzeit des Motors in Sekunden
tB – gewünschte Bremszeit in Sekunden
k – Faktor
(nach Schaltung der Motorwicklung)

Übliche Werte für die Anlaufzeit tA in Sekunden sind:
Förderband 20-30
Kompressor 10-30
Pumpe 5-8
Ventilator 20-30
Maulbrecher 30-40
Zementbrecher 20-25