AER Statomat einzel

Das Bremsgerät Statomat ist ein Gerät der Leistungselektronik zum schnellen und verschleißfreien Abbremsen aller Dreh- und Wechselstrommotorenarten. Der Bremsverlauf beginnt sanft und wirkt mit sinkender Drehzahl progressiv. Im Stillstand ist das Drehmoment praktisch Null. Bei Schleifringläufermotoren kann durch Zuschalten von Läuferwiderstand der Bremsmomentverlauf verändert werden. Der optimale Verlauf muss in diesem Falle empirisch ermittelt werden. Im Gerät selbst sind zwei Einstellpotentiometer eingebaut: Bremsintensität und Bremszeit.

Das Startkommando wird von einem Schließer des Netzschützes gegeben. Schließt dieser Kontakt, der an die Klemmen 2 und 4 des Bremsgerätes anzuschließen ist, wird eine Bremsung vorbereitet, öffnet er danach, wird die Bremsung eingeleitet. Dieses Startkommando wird der Logik über einen Optokoppler zugeführt, dessen Primärkreis von der Steuerspannung gespeist wird. Aus diesem Grunde kann das Startkommando auch von den Kontakteinrichtungen gegeben werden, die das Netzschütz schalten (Klemmen 4 und 1 parallel zum Netzschütz). Sämtliche Bremsgeräte mit dem Typenzusatz ....-E können anstelle des Schließers zwischen den Klemmen 3 und 4 kontaktlos über 24 V gestartet werden.

Die Logik dieses Bremsgerätes ist so aufgebaut, dass ca. 600 ms nach Ausschalten des Motors das Bremsschütz anzieht, nach weiteren 400 ms zündet der Thyristor. Dies erst leitet die eigentliche Bremsphase ein. Ist die eingestellte Bremszeit abgelaufen, wird zunächst der Thyristor gesperrt, nach weiteren 1500 ms fällt das Bremsschütz ab. Da das Bremsschütz demzufolge stromlos schaltet, kann ein normales Wechselstromschütz bis zu seinem 1 - 1,5-fachen Ith-Wert betrieben werden. Die oben angegebenen Schaltzeiten können beliebig verändert - auch verkürzt - werden. Es müssen allerdings unter Umständen Zusatzmaßnahmen ergriffen werden (Kurzschlusskontakt, Kompensationsschaltung). Hierzu stellen wir Ihnen auf Wunsch Sonderapplikationen zur Verfügung. 

Die Bremsschaltung ist streng nach unseren Applikationsschaltungen auszuführen. Vor allem ist die Einhaltung der beiden Verriegelungsschleifen zwischen Motor- und Bremsbetrieb unerlässlich. Es ist ferner darauf zu achten, dass während des Bremsvorganges die Steuerspannung von Bremsgerät und Bremsschütz nicht durch externe Schaltglieder unterbrochen wird. Auf keinen Fall darf ein einmal eingeleiteter Bremsablauf durch Abschalten des Bremsschützes unterbrochen werden. Soll ein Bremsvorgang vorzeitig unterbrochen werden, muss eine Verbindung zwischen den Klemmen 2 und 4 des Bremsgerätes hergestellt werden. Hierdurch wird ein Bremsvorgang regulär beendet, wobei zu beachten ist, dass nach öffnen dieser Verbindung ein neuer Bremsvorgang eingeleitet wird.

Es ist möglich, beliebig viele Motoren mit einem Zentralbremsgerät abzubremsen. Wegen der Vielzahl der Möglichkeiten erstellen wir von Fall zu Fall anlagenbezogene Sonderapplikationen. Mit dem Multiplikationsfaktor der aus den Einspeisungsplänen ersichtlich ist, kann die Größe des Bremsgerätes selbst bestimmt werden. Dieser Faktor zum Motornennstrom gilt bei 50- und 100-Hz Motoren. Bei 200- und 300-Hz Motoren erhöht sich der erforderliche Bremsstrom um weitere 60%, wobei noch zu beachten ist, dass auch die Nennströme dieser Motoren bei Generatorspannungen von 165 V extrem hoch sind. Das Gerät darf mit seinem maximalen Typenstrom bis zu einer Bremsdauer von 20 s belastet werden. Bei längeren Bremszeiten bzw. mehreren Bremsungen innerhalb einer Minute ist unter Umständen eine Reduzierung des Typenstromes erforderlich. Um auf eine optimale Auslegung zu kommen, empfiehlt sich eine Rückfrage bei uns unter Angabe der vorhandenen Verhältnisse.

Soll das Gerät von uns ausgelegt werden, benötigen wir folgende Angaben:

Netzspannung, Steuerspannung, Frequenz, Motorleistung, Motornennstrom, Nenndrehzahl, gewünschte Betriebszeit, evtl. vorhandene Hochlaufzeit, Schalthäufigkeit, Betriebsart (Direktanlauf, Stern-Dreieck-Anlauf, Wendebetrieb, Polumschaltung, Dahlanderschaltung, uvm.)

Stillstandsdetektor

Der integrierte Stillstandsdetektor benötigt eine zusätzliche Motorzuleitung (W bzw. N1). Diese Zuleitung ist mit einer 200mA/F-Sicherung abzusichern. Bei Spannungszuschaltung zeigt die grüne LED des Detektors Stillstand an. Sobald der Motor gestartet wird, erlischt sie. Der Detektor braucht zum Betrieb eine minimale Nachbremszeit, die mit dem Bremszeitpoti eingestellt wird. Ist die Nachbremszeit zu gering eingestellt, bleibt der Detektor bei der Stillstandsanzeige. Durch Hochdrehen des Zeitpotis, kann die Zeit nachgestellt werden. Die Auswertung des Zustands des Detektors kann auch über die Relaisausgänge 9-10-11 (9-10: NC, 10-11: NO) erfolgen. Die Bremszeit setzt sich also aus der Detektierzeit bis fast Motorstillstand und der danach wirksamen Nachbremszeit zusammen. Die Nachbremszeit ist so zu wählen, dass der Motor bei Bremsende sicher steht.

Technische Daten

Bremsstrom:

30 bis 1200 A in 13 Stufen

 

siehe dazu auch Auswahlliste!

 

 

Strombereichseinstellungen:

0 - 20 %

 

 

0 - 50 %

durch DIP-Schalter

 

0 - 80 %

programierbar

 

0 - 100 %

 

Absicherung:

siehe Auswahlliste!

 

Betriebsspannung:

400 VAC, 500 VAC, 600 VAC

+10 % / -90 %

Steuerspannung:

18 VAC, 24 VAC, 42 VAC, 115/230 VAC

+/- 20 %

Leistungsaufnahme der Steuerspannung:

 

max. 10 VA

 

zulässige Lagertemperatur:

-25° C bis +70° C

 

zulässige Betriebstemperatur / Umgebungstemp.:

 

-10° C bis +45° C

 

Temperaturanstieg bei max. Bremsstrom bis 20 sek. Dauer:

max. 30° C; Abkühlung auf 10 %

innerhalb 40 sek.

 

 

 

Schutzart:

IP00 Kunststoffgehäuse Metallgehäuse mit Schutzleiteranschluss

 

Spannungsfestigkeit zw. Netz- und

Steuerspannungsklemmen:

 

> 4 KV (nicht angeschlossen)

 

Überspannungsfestigkeit für Span- nungsspitzen im Mikro- und Millisekun- denbereich bei:

 

 

400 V

3,0 x U N

 

zusätzliche Spitzenspannungs- und TSE- Begrenzung durch int. Varistoren und

RC-Beschaltung (Snubber-Glied)

500 V

2,8 x U N

600 V

2,6 x U N

Erschütterungsfestigkeit:

nach DIN ICE 68

 

 

Funktionssteuerplatte:

Durchkontaktierte Platinen, konventionelle Bestückung

 

Zeitbereiche:

0 – 10 sec.

durch DIP-Schalter

 

0 – 15 sec.

programierbar

 

0 – 20 sec.

Zeitgenauigkeit +/- 10 %

 

0 – 30 sec.

Wiederholgenauigkeit +/- 0,5 %

Auswahlliste

Strom

Netzspannung

Steuerspannung

Typ

Primärsicherung

30 A

400 V

230/115 V AC

B 1125

15 A

30 A

500 V

230/115 V AC

B 1135

15 A

30 A

600 V

230/115 V AC

B 1145

15 A

50 A

400 V

230/115 V AC

B 1225

25 A

50 A

500 V

230/115 V AC

B 1235

25 A

50 A

600 V

230/115 V AC

B 1245

25 A

70 A

400 V

230/115 V AC

B 1325

35 A

70 A

500 V

230/115 V AC

B 1335

35 A

70 A

600 V

230/115 V AC

B 1345

35 A

110 A

400 V

230/115 V AC

B 2125

50 A

110 A

500 V

230/115 V AC

B 2135

50 A

110 A

600 V

230/115 V AC

B 2145

50 A

150 A

400 V

230/115 V AC

B 2225

63 A

150 A

500 V

230/115 V AC

B 2235

63 A

150 A

600 V

230/115 V AC

B 2245

63 A

200 A

400 V

230/115 V AC

B 2325

80 A

200 A

500 V

230/115 V AC

B 2335

80 A

200 A

600 V

230/115 V AC

B 2345

80 A

300 A

400 V

230/115 V AC

B 3125

125 A

300 A

500 V

230/115 V AC

B 3135

125 A

300 A

600 V

230/115 V AC

B 3145

125 A

400 A

400 V

230/115 V AC

B 3225

160 A

400 A

500 V

230/115 V AC

B 3235

160 A

400 A

600 V

230/115 V AC

B 3245

160 A

500 A

400 V

230/115 V AC

B 3325

225 A

500 A

500 V

230/115 V AC

B 3335

225 A

500 A

600 V

230/115 V AC

B 3345

225 A

600 A

400 V

230/115 V AC

B 3425

250 A

600 A

500 V

230/115 V AC

B 3435

250 A

600 A

600 V

230/115 V AC

B 3445

250 A

800 A

400 V

230/115 V AC

B 4125

350 A

800 A

500 V

230/115 V AC

B 4135

350 A

800 A

600 V

230/115 V AC

B 4145

350 A

1000 A

400 V

230/115 V AC

B 4225

450 A

1000 A

500 V

230/115 V AC

B 4235

450 A

1000 A

600 V

230/115 V AC

B 4245

450 A

1200 A

400 V

230/115 V AC

B 4325

550 A

1200 A

500 V

230/115 V AC

B 4335

550 A

1200 A

600 V

230/115 V AC

B 4345

550 A